Als ich vor 20 Jahren meine Arbeit in der Erwachsenenbildung begann, waren die meisten Kursmaßnahmen die das Arbeitsmarktservice (AMS) finanzierte im Qualifizierungsbereich angesiedelt. Es gab schon Kurse für Bewerbungstraining und Jobsuche, aber oft nach Qualifizierungen.
Import / Export Lehrgange, Sachbearbeiterausbildungen, Marketinglehrgänge, Buchhalter-, Kostenrechner- u. Personalverrechnerlehrgänge mit Prüfungen, Bürokurs für Frauen, Übungsfirmen, individuelle Bildungsangebote, Vorbereitungslehrgänge für Lehrabschlußprüfungen und, und, und.
Manche dieser Lehrgänge konnte bis zu 18 Monate dauern. Dann kamen die Einschnitte. Kürzen der Kursdauer, streichen von Geldern für die Kursteilnehmer (TN), zB. die DLU (Deckung des Lebensunterhaltes; Streichung der Quartierskosten, dann wieder kürzere Kursdauer; Erhöhen der Lehrveroflichtungen…. Es wurde gekürzt bis eine Kursdauer von max. 3 Monaten blieb und das ist für nachhaltige und umfangreiche Qualifizierungen ein „Schwachsinn“. Dann wurden diese Kurse auch noch gekappt und das Geld wurde in den Vermittlungsbereich gepulvert, in der Hoffnung, die Arbeitslosenzahlen niedrig zu halten.
Wenn man sich das Kurs- und Beschäftigungsangebot (Raus aus der Statistik) des AMS genauer ansieht kommt man zu der Überzeugung „dem AMS steht das Wasser bis zum Hals“ und. es werden Alibihandlugen durchgeführt.
Ein Beispiel dafür ist die Maßnahme „LINK“ des AMS Oberösterreich. (Die Bezeichnung LINK bezieht sich auf das Internet und bedeutet, das die einzelnen Angebote dieses Systems „IRGENDWIE“ verlinkt sind (??). Früher wurde diese Maßnahme durch das Berufsförderungsinstitut OÖ (BFI) durchgeführt, jetzt durch die Bietergemeinschaft „Mentor“ (oder Context) und der „ibis acam Bildungs GMBH“.
Das „LINK“ ist die reinste Langzeitarbeitslosenwaschmaschine. Zu meiner Zeit gab es die Anweisung vom AMS Linz: „Die TN müssen mindestens 28 Tage in der Maßnahme verbleiben dann konnten sie ohne Angabe von Gründen zurückgeschickt werden“. 28 Tage war genau die Zeit um von der Langzeitarbeitslosigkeit in die normale Arbeitslosigkeit zu gleiten. Das galt auch für die Übertrittsgefährdeten. Das System ist heute noch genau das Gleiche, nur die Verweildauer hat sich geändert.
Da kann schon Landeshauptmann Pühringer oder AMS Chef Obrovsky stolz in den Medien verkünden: „In OÖ gibt es keine Langzeitarbeitslosen“. Seltsam, ich kenne Arbeitslose die Jahrelang nicht gearbeitet haben, nie LZAL waren aber dauernd in AMS Kursen auftauchten.
In dieser Maßnahme wurden in den letzten Jahren Zehntausende TN durchgeschleust und das nur in Linz.
Im LINK bekommen die TN dann verschiedenste Kurse und Projekte aufs Auge gedrückt. Sinnvoll oder nicht sei dahingestellt. Hauptsache raus aus der Statistik und die Leute sind beschäftigt. Da sitzen dann TN schon zum fünften Mal im Bewerbungstraining oder im gleichen EDV Kurs. Manche Kurse haben schon inflationäre Ausmaße angenommen.
- ECDL – Europäischer Computerführerschein.
Da werden Tausende TN pro Jahr auf Steuerzahlerkosten in EDV Kurse gesteckt und Prüfungsgebühren bezahlt. Leute, die mit einer EDV nichts anfangen können, 60 jährige (die mit der SkillCard sofort den Traumjob ergattern), Alkoholiker, Asoziale, Zwangsbeglückte, Migranten ohne ausreichenden Deutschkenntnissen, usw….
- Staplerschein – siehe oben. Als Lagerarbeiter werden niemals so viele Jobs angeboten wie es Staplerscheinbesitzer gibt.
- DAF – Deutsch als Fremdsprache (Damit die „nicht der Deutschen Sprache mächtigen“ Brüder und Schwestern vielleicht doch einen Job ergattern könnten werden sie auf Steuerzahlerkosten in Micky Maus Kurse geschickt die nichts bringen).
- Pensionsabklärungen – Um Statistiken zu schönen werden TN in den Pensionsvorschuss geschickt.
- Lagerwirtschaft
- Verkaufstraining
- EDV für alles Mögliche
- Bewerbungstraining
- Hirnwixerei
- Gesundheitsblabla mit dem wöchentlichen Spaziergang
- Esoterikblabla…….
- Micky Maus Schlosserblabla
- Und, und…..
Reine Beschäftigungstherapie um die Leute von der Straße zu bekommen. Wenn man bedenkt das viele Arbeitslose diese Maßnahmen nicht das erste Mal machen und auch nicht das letzte Mal.
Fortsetzung folgt!